Schiermonnikoog

Insel

Die Insel der grauen Mönche („schier“ = grau) ist die Insel der Superlative: sie ist die am östlichsten gelegene und mit 17 km Länge und maximal 4 km Breite die kleinste von allen Friesischen Inseln. Mit genau 1000 Einwohnern ist es die kleinste Gemeinde der Niederlande. Viele Besucher empfinden Schiermonnikoog auch als die schönste Insel in der Inselgruppe zwischen dem Watt und der Nordsee; und über den hiesigen Strand sagt man, dass er der prächtigste in ganz Europa ist. Mit der Länge von 16 km und der Breite von meistens mehr als 1 km ist die Insel sicher. Dreiviertel der Gesamtfläche Schiermonnikoogs sind dem Nationalen Park zugewiesen. Das unberührte und abwechslungsreiches Naturgebiet besteht aus insgesamt 5400 ha an Salzwassersümpfen, Dünenreihen, Strand, Watt und an einzigartiger Flora. Die Hälfte von allen in den Niederlanden vorkommenden Pflanzen ist hier zu finden. Vom 15. April bis zum 15 Juli können übrigens die Groden im Osten der Insel allein in Begleitung eines Führungsleiters besucht werden, sodass die Vögel ungestört brüten können. Allerdings gibt es in dieser Gegend nur noch wenige Pfade.

Trotz aller überlegenheit und 300.000 Touristen pro Jahr ist Schiermonnikoog immer noch ein hübsches und kleines Urlaubsparadies. Die wohltuende Ruhe hat das Verkehrsverbot zur Ursache. Inseleinwohner dürfen schon ein Auto besitzen, die Touristen sind allerdings auf Fahrräder angewiesen. Und ebenso wie auf Vlieland gibt auch auf Schiermonnikoog nur noch ein Dorf.

Schiermonnikoog besitzt das grösste Dünengebiet von allen niederländischen Friesischen Inseln. Es ist eines von wenigen Gebieten in Europa, wo die Natur immer noch neue junge Dünen formt. Hier wachsen Pflanzen wie Strand-Quecke. Deren weit verzweigte Wurzeln arbeiten sich ebenso wie die Wurzeln von Dünengras durch den Sand hindurch, um knappes Süßwasser zu erreichen. Immer wieder und wieder wird Strand-Quecke begraben unter stäubendem Sand. Ebenso viele Male arbeitet sie sich wieder nach oben hindurch. Inzwischen weiß die Pflanze auf diese Weise viel Sand festzuhalten. Im Schiermonnikoogs größten Dünengebiet Westerduinen, sind verschiedene Dünentypen gut zu erkennen. Im Gegensatz zu Dünen von anderen Friesischen Inseln sind die Dünen von Schiermonnikoog fast gänzlich frei zugänglich. Nirgendwo sind jegliche „Verschleißspuren“ zu bemerken. Damit es so bleiben kann, müssen die Besucher so genau wie möglich den Pfaden folgen und die Dünen „in Ruhe lassen“.

Die Schierser – so heißen nämlich die Bewohner – nennen ihre Insel liebevoll ‘lytje pole’, was, soviel wie „kleine Insel“ bedeutet. Die Insel blickt auf eine bewegende Geschichte zurück, die lange Zeit von Mensch zu Mensch übertragen wurde und mit der mehr oder weniger so umgegangen wird, als wäre es ein Stück des Privateigentums. Die Insulaner lebten gut von der See, denn in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verfügte Schiermonnikoog über eine Flotte, die aus mehr als einhundert Kuttern bestand. Die Familie Stachouwer war am längsten (1640-1859) der ununterbrochene Eigentümer der Insel, wonach die Insel an John Eric Banck überging. Ihm hat die Insel unter anderem die Einpolderung von des südlichen Teils zu verdanken. Durch diesen sogenannten Bancks Koog ist bis in die heutigen Tage sieben Bauernfamilien ein regelmäßiges Einkommen gesichert. Banck unternahm auch die ersten Versuche, Urlauber für die Insel zu gewinnen, aber erst unter seinem Nachfolger, dem deutschen Grafen Von Bernstorff (1892-1945), blühte Tourismus richtig auf. Das war für Inselbewohner ein Himmelgeschenk, denn die Fischerei lieferte nur noch ganz unbedeutende Erträge und immer mehr Bewohner suchten Ihr Glück verstärkt auf dem Wall. Die Blütezeit von Tourismus dauert bis heute an, wobei es für Schiermonnikoog gut ist, dass die Insel von den fünf niederländischen Friesischen Inseln am wenigsten durch die typischen nachteiligen Seiten von Tourismus verursachten ärger hatte.

 
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